Ein sommerlicher Denkanstoss

In einem Artikel vom Ökonomen und Philosophen Dominik Roser zum Thema Panik versus Hoffnung bin ich auf die drei von Immanuel Kant formulierten zentralen Fragen gestossen:

1. Was kann ich wissen?

2. Was soll ich tun?

3. Was darf ich hoffen?

Roser hat die Fragen im Zusammenhang mit dem Klimawandel in den Vordergrund gestellt. Sein Fazit: "Zur Tat sind wir verpflichtet, nicht aber zur Hoffnungslosigkeit". Mir entspricht diese Haltung, da sie auf der einen Seite das aktive Mitgestalten fordert, und auf der andern Seite beschreibt, was Hilde Domins Gedicht ausdrückt: "Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten."

 

Etwas spielerisch betrachtet, lassen sich die drei oben genannten Fragen auf alle Lebensaspekte anwenden. Und was wir auf der persönlichen Ebene angehen und bearbeiten, tragen wir auch nach aussen in die Gemeinschaft und beeinflussen somit die Gesellschaft. Die Arbeit an uns selbst ist also immer auch die Arbeit an der Gesellschaft. Im yogischen Sinne bedeutet das: Eigene Denkmuster erkennen, hinterfragen und neue Sichtweisen üben, damit Undenkbares zuerst gedacht und bei Bedarf auch umgesetzt werden kann. Ein neuer Pfad entsteht durch viele kleine, intelligente Schritte, das Prinzip von vinyasa krama, welches auch in der Yogatherapie angewendet wird.

 

Wer hätte geglaubt, dass wir auf dem Mond landen würden? Stell dir mal vor, wieviele Menschen dabei visionär respektive neu gedacht haben. Vollbringe selber kleine persönliche Mondlandungen!

 

Viel Freude also beim sommerlichen Denksport, auf dass er zu guten Taten führe, die geprägt sind von Mitgefühl und Weisheit. Lass dich inspirieren von den drei kant'schen Fragen...